Im Januar zogen die Opladener Kseniya und Christian mit ihrem Vorhaben „Masterflats“ bei uns im Probierwerk ein. Im Interview berichten sie, wie sich das Startup weiterentwickelt hat, warum sie von Köln nach Leverkusen gezogen sind und welche Bedeutung das NRW-Gründerstipendium für sie hat.

Hallo Kseniya und Christian. Schön, dass Ihr hier seid! Erzählt uns doch mal, was macht Masterflats und was ist das Besondere an Eurer Geschäftsidee?

Masterflats ist eine B2B Plattform für die mittel- bis langfristige Vermietung von möblierten Wohnungen. Hier können Makler und Wohnungsverwalter ihre möblierte Wohnung hochladen und Geschäftsreisende können das Angebot auf unserer Plattform schnell und einfach durchsuchen. Im Gegensatz zu Immobilien, die leer vermietet werden, ist bei den möblierten Wohnungen die Ausstattung eines der entscheidenden Kriterien. Hier stellen wir sicher, dass die Wohnungsanbieter die Ausstattung im Detail angeben, denn nur so kann der Suchende schnell und einfach die passende Unterkunft finden. Mit unseren speziell angepassten Filtern wollen wir den Aufwand für den Suchenden reduzieren und seine Zeit sparen. Damit kann er sich vollständig auf die wichtigen Aspekte der Geschäftsreise konzentrieren.

Wie seid Ihr auf diese Marktlücke gestoßen?

Kseniya: Ich habe vorher bei einer Unternehmensberatung gearbeitet. Dort sind viele Mitarbeiter extra für das Projekt angereist und haben dafür eine möblierte Wohnung für  drei bis sechs Monate gesucht. Meine Aufgabe war es, sie bei der Anreise zu unterstützen und vor allem die passende Unterkunft vor Ort zu finden. Dabei habe ich gemerkt, dass es trotz der vielen Angebote unheimlich schwer ist, die richtige Wohnung zu finden. Es haben Übersichten und Filter gefehlt, so hat mich das Suchen immer viel Zeit gekostet. Umso frustrierender war es dann, wenn ich eine passende Unterkunft gefunden habe und nach dem Kontakt zum Anbieter feststellen musste, dass diese bereits vermietet ist. Nach dieser Erfahrung habe ich mich entschieden, dass es besser gehen muss und habe angefangen, unsere Lösung zu entwickeln.

Christian: Die meisten Portale sind nicht auf den Bereich des möblierten Wohnens ausgerichtet und können somit nicht die speziellen Suchanforderungen erfüllen. Wir konzentrieren uns ausschließlich auf die Nische des möblierten Wohnens und wollen hierfür die optimale Nutzererfahrung bieten.

Was waren die größten Schwierigkeiten, die Ihr bisher als Startup überwinden musstet?

Christian: Die größte Herausforderung war für uns bisher die Markenanmeldung. Wir haben uns für den Namen „Masterflats“ entschieden und wollten ihn so schnell wie möglich registrieren. Nach drei Monaten erhielten wir den Brief vom Deutschen  Patent- und Markenamt. Ein umfangreiches Schreiben, das uns mitteilte, dass wir die Marke nicht anmelden dürfen, weil sie bewertend sei. Denn „Master“ steht für „das Beste“ und „flats“ steht für Wohnungen. Also würden wir mit unserem Namen „die besten Wohnungen“ anbieten. Wir haben uns entschlossen, die Sache ruhen zu lassen und nach einem neuen Namen zu suchen. Jetzt sind wir bei der Auswahl besonders vorsichtig.

Wieso habt Ihr Euch für das Probierwerk entschieden? Wie gefällt Euch das neue Startup-Zentrum?

Für das Probierwerk haben wir uns entschieden, weil es lokal ist und Startups unterstützt. Alles ist neu und modern eingerichtet. Aber am meisten freuen wir uns über das Netzwerk. Das Probierwerk hat einen großen Kreis an Kontakten und egal vor welchem Problem man steht, hat das Team immer den richtigen Ansprechpartner, der auch sehr spontan und kurzfristig helfen kann. Und wenn das Problem doch zu speziell ist, wird man an weitere Experten verwiesen. Damit steht man nie allein und bekommt immer Hilfe, wenn man sie benötigt.

Wo seht Ihr Masterflats in fünf Jahren?

In fünf Jahren sehen wir uns als international agierende B2B Plattform für den Bereich der mittel- bis langfristigen Vermietung von möblierten Wohnungen. Bis dahin wollen wir in jeder EU-Großstadt ein breites Angebot an möblierten Unterkünften anbieten.

Wie setzt Ihr Euch gegen Eure Mitbewerber durch?

Jeder Markt hat natürlich auch Konkurrenz. Wir setzen uns von anderen Immobilienplattformen durch unseren Fokus auf möblierte Wohnungen ab. Daher können wir speziell auf die Anforderungen dieses Markts eingehen, was wir beispielsweise durch die verbesserte Filterfunktion tun.

Wie sehen die nächsten Schritte aus?

Unsere nächsten Schritte sind die Anmeldung der Unternehmergesellschaft und der Marke, Erstellung von AGBs und Datenschutzbestimmungen. Die Plattform befindet sich in den letzten Entwicklungsschritten und muss fertiggestellt und getestet werden. Danach geht es auch schon in den Markt.

Ihr seid seit November beim NRW-Gründerstipendium dabei. Wie verlief der Bewerbungsprozess und was stellt Ihr mit dem Geld an?

Zuerst haben wir das siebenseitige Ideenpapier ausgefüllt und eingereicht, kurz danach haben wir schon einen Termin für unsere Präsentation bekommen. Die Herausforderung war unser gesamtes Vorhaben, samt Bezahlmodell, Marktpotential und weiteren Schritten in nur fünf Minuten zu präsentieren. Wir haben alles sehr komprimiert und die gesamte Präsentation auf 13 Folien zusammengefasst, was im Nachhinein immer noch zu lang war. Aber wir sind trotzdem mit der Zeit knapp hingekommen. Danach gab es noch ein paar Fragen. Nur eine Woche später hatten wir schon die Zusage.

Jetzt nutzen wir das Geld vor allem dafür, unseren Lebensunterhalt zu sichern, was uns wiederum die Möglichkeit gibt, uns zu 100 Prozent auf unser Vorhaben zu konzentrieren. Dafür sind wir sehr dankbar, haben viel Freude bei der Umsetzung und können das Ergebnis kaum noch abwarten.

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

Mehr Informationen findest du auf www.masterflats.com